{"id":99,"date":"2016-10-31T13:25:30","date_gmt":"2016-10-31T12:25:30","guid":{"rendered":"https:\/\/nursonaja.de\/?p=99"},"modified":"2020-12-23T19:51:12","modified_gmt":"2020-12-23T18:51:12","slug":"st-petersburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nursonaja.de\/index.php\/2016\/10\/31\/st-petersburg\/","title":{"rendered":"St. Petersburg &#8211; \u0421\u0430\u043d\u043a\u0442-\u041f\u0435\u0442\u0435\u0440\u0431\u0443\u0440\u0433"},"content":{"rendered":"<style type=\"text\/css\">\n\t<!-- @page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } --><br \/>\t<\/style>\n<p>Nach Russland zu reisen, war nicht ganz so einfach. Vermutlich auch, weil mir erst eine Woche vor dem Aufbruch nach Estland eingefallen ist, dass ich daf\u00fcr einen Reisepass brauche. Und ein Visum \u2013 aber das kann man umgehen, wenn man per Boot nach St. Petersburg f\u00e4hrt und dort nur 72h bleibt. Bl\u00f6d nur, dass der einzige Boottrip von unserem Erasmus-Reiseanbieter abgesagt wurde, weil sich zu wenig Menschen daf\u00fcr angemeldet haben.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n<span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Der B\u00fcrokratiemarathon hat sich dann doch gelohnt und den vorl\u00e4ufigen Reisepass konnte mir die deutsche Botschaft noch am gleichen Tag geben. In meinem russischen Visum steht statt &#8220;Sonja&#8221; &#8220;COH<span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">\u042f&#8221;. Um wenigstens ein paar Stra\u00dfennamen entziffern zu k\u00f6nnen und nicht verloren zu gehen, habe ich also ein bisschen Kyrillisch gelernt. Meine Mitbewohnerin hatte Russisch in der Schule und war eine gute Lehrerin. Die meiste Zeit der 8-st\u00fcndigen Busfahrt habe ich damit verbracht, russische Stra\u00dfenschilder und Werbung zu entziffern und die Ausssprache zu trainieren. Es hat sich gelohnt. Nicht nur englische Markennamen wie &#8220;Subways&#8221; oder &#8220;Mc Donalds&#8221; wurden einfach nur ins Kyrillische \u00fcbetragen, auch &#8220;Raiffeisenbank&#8221; oder sogar &#8220;Butterbrot&#8221;. &#8220;Steak House&#8221; klingt \u00fcbersetzt dann mehr wie &#8220;Steak Chaus&#8221;.<\/span><strong><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><br \/>\n<\/span><br \/>\n<strong>\u00dcberdimensional<\/strong><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">In den Superm\u00e4rkten und Restaurants brauchte ich dann doch die englischen \u00dcbersetzungen. Merkw\u00fcrdigster kulinarischer Fund: Ger\u00f6stete Brotw\u00fcrfel mit S\u00fclze-Geschmack! Da ist mir estnisches Knoblauchbrot lieber. Bester kulinarischer Fund: Im russischen Schnellimbiss gibt es Pfannkuchen \u2013 Blini \u2013 in allen Variationen. Und statt Cola wird einem als erstes Tee angeboten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Verlaufen habe ich mich dank meinen neuen Dekodierungsversuchen nicht. Aber etwas verloren gef\u00fchlt, weil alles riesig ist. Auf St. Petersburgs breiten Stra\u00dfen, zwischen den H\u00e4userzeilen und auf dem Fluss Neva. Sich auf dem Platz vor dem Winterpalast mit jemandem zu treffen ist fast unm\u00f6glich, selbst wenn er wie jetzt im Herbst eher leer ist. Ein gutes Beispiel f\u00fcr die Dimensionen bietet auch das Museum im Winterpalast. Die kleine Garderobe bietet Platz f\u00fcr 1700 M\u00e4ntel und Jacken, die gro\u00dfe f\u00fcr mehr als 4.000. Drei Mal stellten wir uns an einem Tresen der gro\u00dfen Garderobe an und mussten wieder gehen, weil kein Platz mehr frei war. Um jedes Ausstellungsst\u00fcck dieses gigantischen Museums nur eine halbe Minute anzusehen, m\u00fcsste man 11 Jahre dort verbringen.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-101 size-large\" src=\"https:\/\/nursonaja.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Winterspalace-700x470.jpg\" alt=\"winterspalace\" width=\"700\" height=\"470\" srcset=\"https:\/\/nursonaja.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Winterspalace-700x470.jpg 700w, https:\/\/nursonaja.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Winterspalace-300x202.jpg 300w, https:\/\/nursonaja.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Winterspalace-768x516.jpg 768w, https:\/\/nursonaja.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Winterspalace-800x537.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Selbst die Metrostationen in St. Petersburg sind extravagant. Die meisten, weil sie zu Sowjetzeiten erbaut wurden \u2013 um den B\u00fcrgerInnen ein bisschen Luxus im Alltag zu zeigen, sehen sie aus wie kleine Pal\u00e4ste. Wirklich spannend fand ich, dass die Petersburger Metro bis zu 86 Meter tief liegt und eine der tiefsten der Welt ist. Um zu einer Haltestelle zu gelangen geht es minutenlang mit der Rolltreppe in die Tiefe. Am gr\u00f6\u00dften Umsteigepunkt liegen die Haltestellen auch nicht direkt nebeneinander. Rolltreppe runter, Treppe, Haltestelle, geradeaus, Treppe rauf, Rolltreppe runter, n\u00e4chste Haltestelle. F\u00fcr nur 35 Rubel, also etwa 50 Cent kann man in diesem Labyrinth so lange bleiben, wie man will.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Zuhause bei Lannisters<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Ein Highlight des Ausflugs war der Palast der Familie Yusupov. Oder wie ich sie nenne: die Lannisters des alten Russlands. Immer nah an der k\u00f6niglichen Familie und unermesslich reich. Die Geschichten unserer Reisef\u00fchrerin Xenia schreien quasi nach einer Verfilmung. Zum Beispiel liegt auf der Familie angeblich ein Fluch, der bis auf ein Kind in jeder Generation alle jung sterben l\u00e4sst. Der Bruder des letzten Palastherren starb bei einem Duell um seine Geliebte &#8230; seine Mutter wurde damit Opfer ihrer eigenen Intrige, weil sie die Geliebte zwang, einen anderen zu heiraten. \u00dcber den anderen Bruder, Felix Yusupov, wird gemutma\u00dft, ob er bisexuell gewesen sei oder nur eine Vorliebe f\u00fcr Travestie besa\u00df. Er war es auch, der Rasputin, den engsten vetrauten der letzten Zarenfamilie, zu sich einlud. Rasputin \u00fcberlebte den Besuch nicht, wobei noch einige Fragen zum Mord an ihm ungekl\u00e4rt sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\">Per Knopf im Ohr konnten wir Xenias Erz\u00e4hlungen selbst in der vollen Metro und in den Museen mitverfolgen. Dank ihr wei\u00df ich jetzt auch, dass St. Petersburg eine sehr junge Stadt ist, gegr\u00fcndet wurde sie vor etwas mehr als 300 Jahren. Im Vergleich zu anderen russischen St\u00e4dten ist sie sehr europ\u00e4isch (Von allen Kirchen hatte zum Beispiel nur eine einzige die typischen Zwiebelt\u00fcrme). Das liegt daran, dass ihr Begr\u00fcnder, der Zar Peter der Gro\u00dfe, Europas Stil sehr sch\u00e4tzte und als Architekt Geb\u00e4ude und Stra\u00dfen mit entwarf. Um also Russland wirklich kennen zu lernen, war diese Reise nur ein Anfang.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-102 size-large\" src=\"https:\/\/nursonaja.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Matroschki-700x468.jpg\" alt=\"matroschki\" width=\"700\" height=\"468\" srcset=\"https:\/\/nursonaja.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Matroschki-700x468.jpg 700w, https:\/\/nursonaja.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Matroschki-300x201.jpg 300w, https:\/\/nursonaja.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Matroschki-768x513.jpg 768w, https:\/\/nursonaja.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Matroschki-800x535.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/span><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Russland zu reisen, war nicht ganz so einfach. 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