{"id":123,"date":"2016-11-25T19:13:17","date_gmt":"2016-11-25T18:13:17","guid":{"rendered":"https:\/\/nursonaja.de\/?p=123"},"modified":"2020-12-23T19:50:56","modified_gmt":"2020-12-23T18:50:56","slug":"tartu-on-ilusam-suvel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nursonaja.de\/index.php\/2016\/11\/25\/tartu-on-ilusam-suvel\/","title":{"rendered":"Tartu on ilusam suvel"},"content":{"rendered":"<style type=\"text\/css\">\n\t<!-- @page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } --><br \/>\n\t<\/style>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\">&#8220;Tartu ist im Sommer viel sch\u00f6ner!&#8221; Das musste ich mir beim Spaziergang durch die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt Estlands sehr oft anh\u00f6ren. Aber ich bin mir sicher, dass es stimmt. Im Sommer stehen auf den Pl\u00e4tzen vor den Caf\u00e9s Tische und St\u00fchle voller StudentInnen. Im Sommer kann man im Botanischen Garten nicht nur B\u00e4ume und Skulpturen bewundern. Und im Sommer zeigt der gelbe Rahmen auf dem Rathausplatz tats\u00e4chlich einen sch\u00f6nen Ausblick und keinen riesigen Matschschneeh\u00fcgel, hinter dem ein Tannenwald aufgebaut wird, der mal der Weihnachtsmarkt werden soll.<\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\">Aber Tartu ist auch im Winter genauso niedlich wie der Name klingt. Fr\u00fcher hie\u00df es mal &#8220;Dorpat&#8221; oder auf Deutsch &#8220;D\u00f6rpt&#8221;. Wer auch immer sich diesen Namen ausgedacht hat, hat die Stadt wahrscheinlich nie gesehen oder ungerechtfertigt sehr gehasst. Vor meinem Besuch habe ich mir die Stadt ein bisschen wie G\u00f6ttingen vorgestellt. Vielleicht liegt es daran, dass Caro, die ich besuche, in Deutschland auch in G\u00f6ttingen studiert. Es gibt aber auch Parallelelen. &#8220;Ich zeig dir die Uni und die sch\u00f6nsten Caf\u00e9s. Und die Uni, wenn du m\u00f6chtest&#8221;, hat sie angek\u00fcndigt. Ich war verwirrt. Meinte sie wirklich zweimal die Uni oder einmal die Stadt? &#8220;Die Uni ist eigentlich die Stadt&#8221;, kam als Antwort zur\u00fcck. Tartu ist dazu noch etwas kleiner als G\u00f6ttingen:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\">Von Caros Wohnheim braucht man f\u00fcnf Minuten \u00fcber den Fluss Emaj\u00f5gi bis zur Innenstadt voller Bauwerke aus dem Klassizismus. Und in noch einmal f\u00fcnf Minuten ist man am Hauptgeb\u00e4ude der Uni. Die restlichen Fakult\u00e4ten sind weiter \u00fcber die Stadt verteilt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\">\u00dcberraschenderweise werden wir in einer Bar und einem Caf\u00e9 in flie\u00dfendem Deutsch angesprochen. Die Bedienungen kennen Caro schon \u2013 da die Uni keine Mensa hat, bieten Restaurants und Caf\u00e9s in der Innenstadt g\u00fcnstige Mittagsmen\u00fcs f\u00fcr StudentInnen an. Ein Traum. Noch mehr Deutsch: Caf\u00e9s namens Werner und Krempel. Und Caro sch\u00e4tzt, dass 90% der Erasmusmenschen Deutsche sind. F\u00fcr mich schwer vorzustellen. Ich f\u00fchle mich schon in Tallinn immer etwas ertappt, wenn jemand Fremdes sofort err\u00e4t, dass ich aus Deutschland komme.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\">Wo k\u00f6nnte man sich am besten wieder daran erinnern, in welchem Land wir sind? Im estnischen Nationalmuseum. Nach &#8220;107 Jahren in Arbeit und 10 Jahren Bauzeit&#8221; ist das Museum gerade erst seit einem Monat ge\u00f6ffnet. Das merkt man auch der Ausstellung an: Die Architektur ist sehr modern, alles ein bisschen interaktiv und sehr kreativ. Die Infotexte stehen jeweils auf E-Bookreadern, deren Sprache man mit einem Chip \u00e4ndern kann. Man kann sich anh\u00f6ren, wie estnische W\u00f6rter im Vergleich zu ihren finno-ugrischen Verwandten ausgesprochen werden, in R\u00e4ume aus den 60er Jahren eintauchen, das Fr\u00fchst\u00fcck der Sami auf einem Touchscreen erkunden. Die Gesichte Estlands kann man wie auf einem Zeitstrahl ablaufen. Und ganz am Anfang \u2013 oder am Ende \u2013 steht kurioserweise der B\u00fcrostuhl des Skypeerfinders. Weniger langweilig als es sich anh\u00f6rt (es sind zwei riesige L\u00f6cher von seinen F\u00fc\u00dfen auf der Sitzfl\u00e4che), aber sehr typisch estnischer Stolz. Auf der Liste meiner Lieblingsgeb\u00e4ude (Kategorie moderne Architektur), landet das Museum auf dem dritten Platz nach der lettischen Nationalbibliothek und der Oper in Oslo. Fotos davon gibt es hier: http:\/\/www.erm.ee\/en\/content\/estonian-national-museum-gallery<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri,sans-serif;\">Nach eineinhalb Tagen im S\u00fcden Estlands brauche ich mit dem Fernbus auch nur zweieinhalb Stunden zur\u00fcck nach Hause in den Norden. Ich stelle mir vor, wie es w\u00e4re in Tartu zu studieren. Es w\u00fcrde mir gut gefallen. Besonders das Essen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Tartu ist im Sommer viel sch\u00f6ner!&#8221; Das musste ich mir beim Spaziergang durch die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt Estlands sehr oft anh\u00f6ren. Aber ich bin mir sicher, dass es stimmt. Im Sommer stehen auf den Pl\u00e4tzen vor den Caf\u00e9s Tische und St\u00fchle voller StudentInnen. 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